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Ab Mai 2004: Wieder zu Hause angekommen, musste ich mich erst wieder neu orientieren. Weg von den Bergen, den unberührten, weiten Landschaften, den Baboons, den Schlangen und Spinnen, der Gemütlichkeit und Herzlichkeit Südafrikas. Neue Lagen, wenig Erfahrung, das wachsende Bewusstsein, dass das hier meine Heimat ist und ich diese nach meinen Vorstellungen gestalten möchte. Voller Ideen und dem Drang im jungen Weinland Österreich in erster Reihe zu spielen, war der erste Schritt die Suche nach einer eigenen, unverwechselbaren, geraden aber einprägsamen Identität. Es war die Geburtsstunde der Marke ALEXS. Merlot 2003; mein erster großer Wein aus der Lage Neuberg, reifte in den 2003 befüllten Barriques heran. Mit 2004 mein erster richtiger Jahrgang von Anfang an.
2005: Neue Traubenübernahme. Schwieriges Jahr, aber tolle Weine wie Blaufränkisch Reserve 2005 beeindruckten die Weinwelt.
2006: Das erste Jahr in dem wir einen Teil unserer Lagen begrünten die Böden geschlossen hielten und auf Düngung, mit Ausnahme von Rinder- oder Pferdemist, zur Gänze verzichteten. Die ersten Versuche mit Spontangärung bei NEUBERG und GEN im relativ unproblematischen, sehr guten Jahrgang 2006. Späte Sorten wie Blaufränkisch erlangten eine selten da gewesene Reife. Das Jahr endete mit der Geburt unseres Sohnes Alexander, dem ich glücklicherweise die kommenden Wochen meiner Zeit widmen durfte.
2007:Ein anspruchsvolleres Jahr wie ich es mag. Mit diesem Jahrgang wurde die Begrünung ein Fixpunkt in unserem Tun und ist wohl auch die sinnvollste Maßnahme in immer niederschlagsreicher werdenden Jahren. Die Resultate der Spontangärung überzeugten vollends und sind nun prägend für die Stilisitk unserer zukünftigen Rotweine, von Basis- bis zu Lagenweinen.
2008: Der Wettergott meinte es nicht gut mit uns. Schwere Regenfälle, Hagel. Eine neue Situation, die einiges an Feingefühl und individuelleren Umgang mit den Weingärten verlangte. Mit Jahresbeginn stellten wir unser Weingut auf biologische Bewirtschaftung um. Eingriffe in das Ökosystem Weingarten erfolgen nur wohlüberlegt und auf die jeweilige Entwicklung der Reben abgestimmt. Die Ernte erwies sich als kleine Herausforderung, die bei guter Hausarbeit erstaunliche Weine hervorbrachte.
2009: Wieder ein sogenannter Jahrhundertjahrgang, der Anlass zum Zurücklehnen gab. Hochreife Trauben, gutes Wetter, das einzige Problem stellte der ein wenig hohe ph-Wert dar, der Infektionen mit Brettanomyceshefen und Entwicklung anderer Mikroorganismen in Weinen fördern kann, wenn man sich in deren optimalen Temperaturbereichen bewegt, wie dies nach der Gärung und zwischen dem BSA der Fall ist. Das wahre Highlight der Ernte war die Geburt meiner Tochter Sophie am 16. September. Es war nach einem harten und langen Erntetag (Ende um 01:00h). Um 2 waren wir bereits im Krankenhaus und um 9:00 morgens, ohne ein Auge zugemacht zu haben, war ich wieder zu Hause, um alles für den Tag vor zu bereiten.
2010: Der Einfluss der komplett anderen biologischen Bearbeitung, die begrünten, blühenden und vitaleren, lebendigeren Böden machen unsere Arbeit noch schöner und erfüllender. Selbst niederschlagsreiche Jahre wie 2010 , mit doppelt so viel Regen als im üblichen Durchschnitt, nehmen nun eine untergeordnete Rolle ein. Der vom Grunde her verschiedene Jahrgang war, dennoch eine meiner größten Herausforderungen überhaupt, beginnend im Weingarten mit sehr frühen, erhöhtem Infektionsdruck durch pilzliche Krankheiten, dem nassen Sommer und ebenso nassen frühen Herbst. Unsere Lagen hielten sich erstaunlich gut, was man nicht von allen Lagen unserer Region behaupten konnte. Aus dem Grund sind solche Jahrgänge auch genau mein Ding, hier wird im wahrsten Sinne des Wortes die Spreu vom Weizen getrennt. Die Erträge sind eher bescheiden, die Weißweine sind aromatisch wie selten zuvor, die Rotweine von tiefer Würze, elgant und mineralisch. Wir dürfen gespannt sein.
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